Facharztpraxis Malente
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Dialyse

Wenn die Nieren nicht mehr richtig arbeiten, kann es zu lebensbedrohlichen Komplikationen kommen. Es kommt zur so genannten Urämie. Jetzt muss eine Nierenersatztherapie erfolgen, hierzu gehören unterschiedliche Behandlungsmethoden. Die Transplantation einer Spenderniere ist die optimale Therapie. Das implantierte Organ übernimmt in der Regel alle Funktionen der eigenen Niere. Wenn keine medizinischen Einwände gegen eine Transplantation bestehen, sollte frühzeitig die Vorbereitung darauf erfolgen. Damit das neue Organ nicht abgestoßen wird, müssen ständig Medikamente eingenommen werden, die die körpereigene Abwehr herabsetzen. Dies kann zu einer Schwächung des eigenen Immunsystems mit erhöhter Anfälligkeit für Infektionen führen. Trotzdem ist die Nierentransplantation für die meisten Patienten die beste Behandlungsmöglichkeit. Leider stehen nicht genügend Spenderorgane zur Verfügung, so dass die Wartezeit auf eine neue Niere erheblich ist. In letzter Zeit gewinnt die Lebendorganspende zunehmend an Bedeutung, d. h., dass ein naher Verwandter oder der Partner eine Niere spenden will und kann. Dafür sind eine Reihe von Untersuchungen sowohl beim Spender wie Empfänger in einem Transplantationszentrum erforderlich. Dann kann über die Möglichkeit einer Lebendspende entschieden werden. Bis eine Transplantation erfolgen kann bzw. für Patienten eine Transplantation aus medizinischen oder anderen Gründen nicht möglich oder nicht gewünscht wird, stehen verschiedene Formen der Dialyse zur Verfügung.

Hämodialyse:

Die Hämodialyse wird jetzt seit über 60 Jahren durchgeführt und ist die bekannteste Form der Nierenersatztherapie. Hierbei wird mittels einer Maschine ein Blutfluss außerhalb des Körpers hergestellt. Das dem Körper über Schlauchsysteme entzogene Blut wird in einem speziellen Filter gereinigt und anschließend zurückgegeben. Da eine effektive Hämodialyse ein großes Blutangebot von ca. 300 ml/min erfordert, was über eine normale Armvene nicht erreichbar ist , muss eine operative Verbindung zwischen einer Vene mit einer Armarterie hergestellt werden, ein so genannter Shunt, der nach seinem Erstbeschreiber als Cimino-Shunt oder Cimino-Fistel bezeichnet wird. Diese angelegte Fistel ist dann als dicker Strang meist am Unterarm sichtbar und kann mit 2 Nadeln zur Durchführung der Behandlung punktiert werden. Die Behandlung muss in der Regel 3 x wöchentlich für 4 bis 5 Stunden erfolgen. Die Dauer richtet sich nach der erhaltenen Restfunktion der eigenen Nieren.

Peritonealdialyse:

Die Peritonealdialyse ist auch unter dem Begriff der Bauchfelldialyse bekannt. Es haben sich verschiedene Behandlungsmethoden herausgebildet, die unter dem Oberbegriff Peritonealdialyse zusammengefasst werden. Hierbei wird das Bauchfell als körpereigene Dialysemembran verwendet, das Bauchfell ist ein gut durchblutetes Gewebe, was die Bauchhöhle und große Teile des Dünndarms umhüllt. Über einen vorher chirurgisch implantierten Peritonealdialysekatheter, der fest einwächst wird die Dialyselösung in den Bauchraum gefüllt und über eine bestimmte Zeit belassen. Im Wesentlichen unterscheidet man 2 Verfahren bei der Peritonealdialyse, die CAPD (kontinuierliche ambulante Peritonealdialyse) und die APD (automatisierte Peritonealdialyse). Bei der CAPD füllt der Patient sich 4 x tgl. einen Beutel mit 2 bis 3 Litern Dialysat unter hygienischen Bedingungen in den Bauchraum, so ist der Bauchraum über 24 Stunden mit Dialyselösung gefüllt und es findet eine kontinuierliche Entgiftung statt. Die Lösung des einzelnen Beutels bleibt durchschnittlich 6 Stunden in der Bauchhöhle, wobei am Tag und in der Nacht etwas verkürzt wird. So ein Beutelwechsel dauert etwa 30 bis 45 Minuten. Unter der APD versteht man alle Verfahren, bei denen die Peritonealdialyse mit Hilfe eines Dialysegerätes eines so genannten Cyclers durchgeführt wird. Die beiden wesentlichen Verfahren hierbei ist die CCPD (kontinuierliche zyklische Peritonealdialyse), die Behandlung dauert in Abhängigkeit von verschiedenen Faktoren in der Regel 8 bis 10 Stunden. Der Patient schließt sich am Abend an das Gerät an, und am Morgen wieder ab. Über Tag bleibt eine Dialysatfüllung im Bauchraum, die am nächsten Abend wieder abgelassen wird. Diese Behandlungsmethode ist insbesondere für berufstätige und aktive Patienten geeignet. Schließlich sei noch die IPD kurz erwähnt, hier kommt der Patient 3 x in der Woche in das Dialysezentrum um sich dort behandeln zu lassen, hierbei handelt es sich um kein Heimdialyseverfahren, die Dialyse dauert 10 bis 12 Stunden und wird von den Dialyseschwestern durchgeführt. Während bei der Hämodialyse die Therapie vollständig in den Händen des geschulten Dialysepersonals liegt, erfordert die Durchführung der Peritonealdialyse eine intensive Schulung, damit der Patient das Verfahren sicher beherrscht. Es ist auf äußerste Sauberkeit zu achten, das bei den Wechseln keine Bakterien in den Bauchraum gelangen, die zu einer Bauchfellentzündung (Peritonitis) führen können. Durch zunehmende Weiterentwicklung der Systeme ist diese Gefahr minimiert. Der Vorteil der Peritonealdialyse besteht zweifellos, das es zu einer ständigen Entgiftung kommt, setzt jedoch in der Regel noch eine gewisse Restfunktion der eigenen Nieren voraus.

Welche Dialysemethode für den einzelnen Patienten geeignet ist, ist eine individuelle Entscheidung unter Abwägung der Vor- und Nachteile, die der behandelnde Nephrologe zusammen mit dem Patienten unter Berücksichtigung aller Gesichtspunkte treffen muss.